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„Wald-Michelbach in 16 Teilen“ als Aktion von Ingrid Scholz beim Atelierfest auf der Tromm

 

Veröffentlicht am 10. August 2018 von Thomas Wilken

 

Egal wo die Besucher herkommen, wo sie leben, was sie vorher gemacht haben: Über die Kunst finden sie zusammen. 16 Teile hat das Bild „Wald-Michelbach“ von Ingrid Scholz. Sie verstreuten sich beim Atelierfest durch den Einzelverkauf in ganz unterschiedliche Ecken der Gemarkung und darüber hinaus. „Heimat ist kein bestimmter Ort“, meint deshalb die Künstlerin, die an diesem Tag des Trommer Bergfestes ihre Galerie für die Gäste öffnete. Sie sieht einen sozialen Zusammenhang zwischen den Menschen, die an einem Ort gemeinsam leben. Die Geografie tritt in den Hintergrund.

 

„Was passt als Bild ins Büro des Bürgermeisters“, fragte sich Ingrid Scholz zu Beginn ihrer Arbeit an diesem Werk. Die Antwort war für sie einfach: „Wald-Michelbach.“ Wer die Künstlerin kennt, weiß, dass dies natürlich nicht ein naturnahes Aquarell sein würde. Sie orientierte sich an David Hockney, ging aber weg von den konkreteren Waldbildern hin zum Abstrakten unter dem Einsatz hellerer Farben. Bach, Bäume, eine strahlende Sonne über dem Ort: Fertig war der malerische Dreiklang, den Scholz auf 16 Puzzle-Leinwandteilen unterbrachte.

 

Die sind anders als beim Original angeordnet, das in Dr. Sascha Webers Büro im Wald-Michelbacher Rathaus hängt. Dort findet sich an der anderen Wand auch das Pendant-Bild „In Bewegung“. Mit fließenden Farben verkörpert es sinnbildlich den Neuanfang, seit Weber im vergangenen Jahr den Posten übernahm. Seine Arbeitsräume hätten durch die verwendeten Farben eine „helle, fröhliche Stimmung“, so der Bürgermeister. „Ich gehe gern ins Büro.“

 

Die Besucher waren aufgefordert, aus dem vorherigen Puzzle wieder das Ursprungsmotiv zusammenzusetzen. Scholz sprach von einer „interessanten Aufteilung“, wenn jeder ein Teil des Werkes kaufe. Denn jede der 16 einzelnen Leinwände gab es zu erwerben. Der Malerin ging es darum, die Gäste in Aktion zu versetzen, damit sie sich mit dem Bild auseinandersetzen können. Wer ein Stück davon mit nach Hause nehme, „wird sich an das Ganze erinnern“, hoffte sie. Zum Zusammenfügen könne man sich über Grenzen hinweg virtuell auf der Tromm wiedertreffen, regte sie an.

 

Die auf der Tromm beheimatete Künstlerin öffnete beim Bergfest aufs Neue ihr Atelier und gewährte einen Einblick in ihr vielfältiges Schaffen. Gleichzeitig gab es die Kunst-Mitmach-Aktion, bei der jede/r Interessierte seine eigenen kreativen Fähigkeiten testen konnte. Scholz setzt in ihren künstlerischen Werken das um, was ihr im täglichen Leben begegnet.

 

Aktuell ist das mit „Blutmond“ die totale Mondfinsternis mit ihren besonderen Farben, die Scholz inspirierte. Die Rottöne mit dem leicht orange-gelben Rand faszinierten sie. „Das war äußerst spannend“, sagte sie. Zwei Skulpturen unter dem Titel „Dreiklang“ und eine Blitzkugel entstanden ebenfalls in der vergangenen Zeit. „Was mich bewegt, versuche ich umzusetzen“, verdeutlicht Ingrid Scholz. Ihre Ideen sind direkt aus dem Leben gegriffen.

 

Eine andere Aktion, die vor drei Jahren im späten Frühjahr startete und dann auch im Rahmen des Trommer Bergfestes lief, ist im Internet auf http://www.beziehungswand.de zu sehen. Ingrid Scholz wollte mit ihrer Beziehungswand quasi ein „Museum in der freien Natur“ schaffen, in das sich alle einbringen könnten, wie sie erläuterte. Im Museum gebe es viele aufgehängte Dinge, diesen Ansatz verfolgte sie auch hier. Das, was den Weg an die Beziehungswand fand, hing dort so lange, wie es die Natur zuließ.

 

Auf der Wiese soll die neu gestaltete Skulptur „Himmelsstürmer“ einen Platz finden. Sie verwendet dafür Aluminium. „Dadurch wirkt alles viel leichter“, sagt Scholz. Wenn das Material bearbeitet wird, „geht die Starre raus“, erläutert die Künstlerin. Es ergebe sich eine Wellenbewegung durch die Struktur. Im Zuge des Irene-Turm-Neubaus und der Tromm-Spielort-Verwirklichung „fügt sich das dann ein“, so ihre Vorstellung.

 

 

https://ueberwaelder.wordpress.com/2018/08/10/wald-michelbach-in-16-teilen-als-aktion-von-ingrid-scholz-beim-atelierfest-auf-der-tromm/